Lyrik

Träume


Ich träume eher von einer Welt, in der die Menschen nicht nur an sich denken.

 Ich träume von einer intakten Umwelt.

 Ich möchte eine leise Welt, in der es keine lauten Stimmen gibt, die doch nur das Falsche hinaus schreien.

 Ich möchte die leisen Töne hören und wünschte mir, alle könnten sie hören.

 Ich träume auch davon, dass wir toleranter sind, dass wir Verständnis aufbringen für Menschen, die einen anderen Glauben, eine andere Gesinnung haben, dass wir sie nicht verurteilen, sondern versuchen, zu verstehen.

 Ich möchte Zeit haben.

 Ich träume davon, dass die Technik für uns da ist und nicht umgekehrt.

 Ich wünschte es gäbe auf dieser Welt mehr Menschen und weniger Roboter.

 Ich träume von Nabucco… einem Gefangenenchor, der aus ca. 6,3 Mrd. Menschen, also aus der Weltbevölkerung, besteht.

 Ich träume von einer Natur, wie es sie noch gibt, aber ich träume auch davon, dass sich diese Natur nicht gegen uns wehren muss.

 Ich träume davon, dass es keine Waffen, keinen Hunger und keine Gewalt gibt.

 Ich wünschte mir, dass es keine Duftwässerchen gäbe, weil sich alle am Duft der Erde erfreuen, ihn wahrnehmen, ihn aufsaugen und begreifen, begreifen, was wir zerstören.

 Ich träume von einer Wiese… ich träume mir mein Utopia… und dann wache ich auf.

 

***

 

Von © Belinda Fuchs


Seifenblase


 

 Als eine schillernde Kugel,

 die Versprechen in sich trägt,

 begegnetest du mir –

und ich berührte dich.

*

 Von der Vielfalt deiner Farben fasziniert,

 bemerkte ich nicht

 die Distanz,

 die du wahrtest.

*

 Gerade als ich dir

 mein Vertrauen schenken wollte,

 bist du zerplatzt.

*

 Ade, liebe Seifenblase.

***

© Kristiane Allert-Wybranietz


Sommergedanken


 

Ich liebe den Sommer.

Das Rascheln der Maiskolbenblätter,

wenn der Wind durch das Feld weht.

Den Geruch des reifen Getreides,

die lachsroten Blüten des Klatschmohns,

die dunkelblauen Kornblumen,

den Schatten des Lindenbaumes

unter dem ich auszuruhen pflege.

Ich liebe die Heckenrosen,

ihren schwülen Duft nach einem Sommergewitter.

Ich liebe das Eis beim Italiener,

den Espresso auf der Terrasse des Straßencafés.

Ich liebe das Open-Air-Kino auf dem Marktplatz

an einem dieser lauen Sommernächte

auf den mitgebrachten Klappstühlen.

Ich liebe dich, deine Ausstrahlung, deine Augen,

dein leichtes Sommerkleid mit den Spaghettiträgern,

wenn der Saum deines Kleides von einer leichten Brise

des Windes bewegt, um deine Beine flattert.

Ich liebe es, dir zuzusehen,

wie du mir gegenüber sitzt

und immer diese blonde Strähne,

die der Wind dir ins Gesicht weht,

mit einer dieser eleganten Bewegungen,

beiseite schiebst.

Ich liebe diese langen Spaziergänge mit dir,

an den Sommerabenden,

wenn die bereits rötlich gefärbte Abendsonne

langsam am Horizont zu sinken beginnt

und sich die angenehme Kühle des Abends, ausbreitet.

Ich liebe den Sommer, das Sitzen auf der Terrasse

mit einer guten Flasche Rotwein und den Blick

auf deine nackten Füße und wie deine Zehen

aus deinen Sommerschuhen blicken.

Ich liebe es dich an einem lauen Sommerabend

in meinen Arm zu nehmen und gemeinsam

in den Nachthimmel zu schauen,

um die funkelnden Sterne zu zählen.

Ich liebe deine Sommerküsse,

die leicht feucht und so sehr nach Salz schmecken.

Ich liebe deine feuchte Haut,

dein Haar nach einem Bad im See.

Ich liebe dich und das Leben

und ein gnädiges Schicksal scheint mir,

liebt mich zurück.

 

***

© Josef Anton Duffner

 


Zitat – Kindheit


Die Kindheit ist eine Welt an sich,

in der es keine Vergangenheit

 und Zukunft als Problem gibt,

sondern nur die ewige Gegenwart.

Jedes Ding, jede Blume, alles was es gibt,

 ist für das Auge eines Kindes sinnvoll.

Ein großer Spielplatz scheint die ganze Welt zu sein.

Wenn es überhaupt ein Paradies gibt,

dann sollte es wie die Kindheit sein,

natürlich und einfach.

***

© Cosmin Neidoni

 


Indianische Weisheit


Du hast die Erde heilig gemacht,

wie auch meinen Körper,

darum will ich in deinem Namen

die Erde heilig halten,

jeden Grashalm achten und die

Blumen und Bäume ehren.

Mit der Verehrung alles Lebendigen

wächst meine Seele

und mein Leib wird stark im Rhythmus

deiner Sonne und deines Mondes.

***

 


Genießen und selig sein:


Um leben zu können,

musst du genießen können.

Ich meine nicht die Genusssucht,

die so viele Menschen krank und zu Sklaven macht,

die so viele Menschen ins Unglück stürzt.

Um genießen zu können,

musst du frei sein.

Frei von Gier, frei von Neid,

frei von einer Leidenschaft,

die dich zerreißt und zerstört.

Wenn du genießen kannst,

kannst du lachen.

Du freust dich.

Du bist dankbar,

dass jeden Morgen die Sonne für dich aufgeht.

 Du kannst selig sein

über ein weiches Bett

und über eine warme Wohnung.

Du triffst freundliche Menschen.

Die Freundschaft Gottes kommt dir entgegen

in jedem Lächeln, in jeder Blume,

 in jedem guten Wort,

in jeder Hand, in jeder Umarmung.

Wenn du kleine Dinge in aller Ruhe genießen kannst,

dann wohnst du in einem Garten voller Seligkeit.

***

von Phil Bosmans


Warnsignale…


Wenn deine Augen sicherheitshalber –

nur noch das Sichtbare sehen wollen,

deine Worte gedankenlos und gleichgültig

ihre Wege gehen.

 

Wenn deine Wünsche

im Garten der Möglichkeiten

zu randalieren beginnen,

deine Träume keine Kraft mehr haben,

Wurzeln in deinem Dasein

zu schlagen.

 

Wenn deine Gefühle jegliche Wärme

vermissen lassen, dein Leben

dir beim Hals heraushängt.

 

Dann wird es Zeit,

dass du dir Zeit nimmst

für dich…

***

© Ernst Ferstl


Am Wegesrand


 

 

Auf der Terrasse sitze ich, 

mit Blick in unseren Garten. 

Sehr darauf gefreut habe ich mich

und konnte es kaum erwarten.

  

 

Ich will sie spüren, die warme Luft;

weit öffne ich Fenster und Tür.

Der Garten hängt voll mit blumigem Duft, 

und ich bin dankbar dafür.

 

 

Bin dankbar für Blumen, Wiesen und Bäume,

für Tiere aller Arten, 

für die Erfüllung mancher Träume. 

Was darf ich vom Leben mehr erwarten?

 

 

Wir sollten öfter ruhig stehen,

um links und rechts zu schauen.

Zeit haben, aufeinander zu zugehen 

und einfach mal vertrauen.

  

 

Ich glaube, es ist nicht richtig,

wenn alle Wünsche in Erfüllung gehen. 

Der Weg zum Ziel ist wichtig,

am Wegesrand gibt´s viel zu sehen!

 

*** 

 

von © Edith Tries

 

 

 


Natur


Wenn wir unsere Erde mit offenen Augen betrachten:

Welch ein herrlicher Planet mit seinen Tieren,

Pflanzen, Bergen, Seen, Meeren…

Fast alles, was uns betrübt,

kommt nicht von der Erde,

sondern von den Menschen.

In der Natur können wir –

und unser Herz und die Seele –

frei aufatmen.

Geht mehr in die Natur,

lernt sie lieben!

Dann hat Betrübnis nur noch wenig Platz

in Euren Herzen.

***

© Werner Braun


Hoffen…


Die Dunkelheit ist dem Morgen,

dem jungen, neuen Tag gewichen.

Das Hoffen auf einen guten Tag

lässt die Ängste der Nacht vergessen.

Hoffen zieht in unser Herz und

wird uns im neuen Tag begleiten.

Wie der Tag endet,

zeigt uns der Abend und

neue Dunkelheit zieht ein

und alles beginnt von neuem.

So ziehen Tage,

Nächte, Wochen, Monate,

Jahre voll Hoffen, Bangen, Freud, Leid

an uns vorüber,

bestimmen unser Leben,

bis dann der Tag,

der die Nacht abgelöst,

kommt und unserem Leben ein Ende setzt.

Dieser Tag oder diese Nacht ist das einzige,

dem niemand,

ob arm, ob reich

entrinnen kann

 

oder siehst du es anders?

***

© Katharina Eisenlöffel