Gedichte

In Gedanken…


… mein Herz

 Betrübt war mein Leben, Müdigkeit bestimmte den Tag

 Jede Hoffnung verloren, abgekommen vom Pfad.

 Doch in der dunkelsten Stunde, von Trübsal gebannt

 was ich aufgab zu suchen, kaum glaubend, ich fand.

*

 Eine Schulter zum Anlehnen, Frohsinn der mich erquickt

 Augen die strahlen, ein Lächeln das mich entzückt

 Ein Ohr das mir lauscht, auch Ungesagtes versteht

 Wind der mich trägt und meine Ängste verweht.

*

 Sehnsucht ohne zu sehnen, Vertrauen ohne zu zweifeln,

 Freundschaft ohne zu fragen, Gedanken die mich begleiten

 Geborgenheit spüren, sei es Tag oder Nacht

 Ein Herz das mir schlägt, im Schlaf über mich wacht.

*

 Vieles mehr könnt ich aufzählen, es nähme kein Ende

 Seiten um Seiten, gefasst in Bücher und Bände

 Egal was ich auch schreibe, nur ein Gedanke bleibt mir

 Und das bist Du… Mein Herz gehört Dir.

***

© Carsten Franz-Josef Pricken


Lebensherbst


 Ein Pärchen im greisen Alter

 sitzt verträumt an einem Hang.

 Er streichelt ihre welken Hände,

 die treu geschafft ein Leben lang.

*

 Sie ist für ihn ein Edelstein,

 eine Kostbarkeit, die nie vergeht;

 er für sie ein Felsgestein,

 das allen Stürmen widersteht.

*

 Es herbstelt schon, und matte Strahlen

 schimmern durch das bunte Laub.

 Lange Schatten Bilder malen

 auf der Wege dunklem Staub.

*

 Taumelnd schweben müde Blätter

 den beiden Alten vor den Fuß.

 Übermütige Frühlingsträume

 winken jetzt zum Abschiedsgruß.

*

 Weltentrückt in fremde Sphären,

 ahnt jeder, was der andre denkt,

 hoffend, dass nicht er es wäre,

 der als letztes Blatt am Baume hängt.

***

Text von© Annegret Kronenberg


Auf „meinem“ Berg


 

Still liegt mir die Welt zu Füßen,

lauer Wind zerzaust mein Haar,

Gipfel in der Ferne grüßen,

fühl mich frei und wunderbar

Wenn die Berge dann erglühen,

tief im roten Abendschein,

wird mein inneres Glück erblühen

und wäscht jeden Trübsinn rein

Wie ein Paradies auf Erden,

wie ein Platz im Himmelreich:

Um mich weiden Schäfchenherden,

ihre Wolle – seidenweich

Stürme singen ihre Lieder,

pfeifend stimme ich mit ein.

Oh mein Berg, Du hast mich wieder,

bin so glücklich, hier zu sein.

*** 

©Verfasser leider unbekannt

 

 

 


Genießen und selig sein:


Um leben zu können,

musst du genießen können.

Ich meine nicht die Genusssucht,

die so viele Menschen krank und zu Sklaven macht,

die so viele Menschen ins Unglück stürzt.

Um genießen zu können,

musst du frei sein.

Frei von Gier, frei von Neid,

frei von einer Leidenschaft,

die dich zerreißt und zerstört.

Wenn du genießen kannst,

kannst du lachen.

Du freust dich.

Du bist dankbar,

dass jeden Morgen die Sonne für dich aufgeht.

 Du kannst selig sein

über ein weiches Bett

und über eine warme Wohnung.

Du triffst freundliche Menschen.

Die Freundschaft Gottes kommt dir entgegen

in jedem Lächeln, in jeder Blume,

 in jedem guten Wort,

in jeder Hand, in jeder Umarmung.

Wenn du kleine Dinge in aller Ruhe genießen kannst,

dann wohnst du in einem Garten voller Seligkeit.

***

von Phil Bosmans


Warnsignale…


Wenn deine Augen sicherheitshalber –

nur noch das Sichtbare sehen wollen,

deine Worte gedankenlos und gleichgültig

ihre Wege gehen.

 

Wenn deine Wünsche

im Garten der Möglichkeiten

zu randalieren beginnen,

deine Träume keine Kraft mehr haben,

Wurzeln in deinem Dasein

zu schlagen.

 

Wenn deine Gefühle jegliche Wärme

vermissen lassen, dein Leben

dir beim Hals heraushängt.

 

Dann wird es Zeit,

dass du dir Zeit nimmst

für dich…

***

© Ernst Ferstl


Am Wegesrand


 

 

Auf der Terrasse sitze ich, 

mit Blick in unseren Garten. 

Sehr darauf gefreut habe ich mich

und konnte es kaum erwarten.

  

 

Ich will sie spüren, die warme Luft;

weit öffne ich Fenster und Tür.

Der Garten hängt voll mit blumigem Duft, 

und ich bin dankbar dafür.

 

 

Bin dankbar für Blumen, Wiesen und Bäume,

für Tiere aller Arten, 

für die Erfüllung mancher Träume. 

Was darf ich vom Leben mehr erwarten?

 

 

Wir sollten öfter ruhig stehen,

um links und rechts zu schauen.

Zeit haben, aufeinander zu zugehen 

und einfach mal vertrauen.

  

 

Ich glaube, es ist nicht richtig,

wenn alle Wünsche in Erfüllung gehen. 

Der Weg zum Ziel ist wichtig,

am Wegesrand gibt´s viel zu sehen!

 

*** 

 

von © Edith Tries

 

 

 


Natur


Wenn wir unsere Erde mit offenen Augen betrachten:

Welch ein herrlicher Planet mit seinen Tieren,

Pflanzen, Bergen, Seen, Meeren…

Fast alles, was uns betrübt,

kommt nicht von der Erde,

sondern von den Menschen.

In der Natur können wir –

und unser Herz und die Seele –

frei aufatmen.

Geht mehr in die Natur,

lernt sie lieben!

Dann hat Betrübnis nur noch wenig Platz

in Euren Herzen.

***

© Werner Braun


Hoffen…


Die Dunkelheit ist dem Morgen,

dem jungen, neuen Tag gewichen.

Das Hoffen auf einen guten Tag

lässt die Ängste der Nacht vergessen.

Hoffen zieht in unser Herz und

wird uns im neuen Tag begleiten.

Wie der Tag endet,

zeigt uns der Abend und

neue Dunkelheit zieht ein

und alles beginnt von neuem.

So ziehen Tage,

Nächte, Wochen, Monate,

Jahre voll Hoffen, Bangen, Freud, Leid

an uns vorüber,

bestimmen unser Leben,

bis dann der Tag,

der die Nacht abgelöst,

kommt und unserem Leben ein Ende setzt.

Dieser Tag oder diese Nacht ist das einzige,

dem niemand,

ob arm, ob reich

entrinnen kann

 

oder siehst du es anders?

***

© Katharina Eisenlöffel


Pfingsten von Johann Wolfgang von Goethe


Pfingsten

…das liebliche Fest, war gekommen,

es grünten und blühten

Feld und Wald;

auf Hügeln und Höhn,

in Büschen und Hecken

Übten ein fröhliches Lied

die neu ermunterten Vögel;

Jede Wiese sprosste von Blumen

in duftenden Gründen,

Festlich heiter glänzte der Himmel

und farbig die Erde.

***


Kastanien-Blüten


Kristallklar leuchtend schwebt die azurne

Glocke des Himmels über dem blühenden

Hain der Kastanien.

Auf Ast und Ästchen wiegen sich hunderte

der roten und weißen Hauchzarten Dolden

um kost und behütet von den sanft bewegten,

mütterlich sorgenden blättrigen Händen.

und duftend regt sich’s in all den kleinen

Kelchen der Blüten,

die enggereiht wie flackernde Lichtlein

die Dolden umstehen und Bienen kommen

und saugen die Süße.

Und über dem Wäldchen

und ringsumher unsichtbar lagert

von Duft eine Wolke.

Aber dem Innern der säulengetragenen

dämmrigen Halle entsteigen die Lieder

lusttrunkener Vögel,

mischen sich werbend den kosenden Düften

und wirbeln hinauf ins leuchtende Blau

der kristallenen Glocke.

Ganz sie erfüllend und überschütten,

ein rieselnder Regen von Duft

und Wohllaut, die feiernde Welt.

***

 

Ludwig Scharf