Gedichte

zum 2. ADVENT Sonntag


 Segen sei mit dir,

 der Segen strahlenden Lichtes,

 Licht um dich her

 und innen in deinem Herzen.

*

 Sonnenschein leuchte dir

 und erwärme dein Herz

 bis es zu glühen beginnt

 wie ein großes Torffeuer,

 und der Fremde tritt näher,

 um sich daran zu wärmen.

*

 Aus deinen Augen strahle

 gesegnetes Licht

 wie zwei Kerzen

 in den Fenstern deines Hauses,

 die den Wanderer locken,

 Schutz zu suchen dort drinnen

 vor stürmischer Nacht.

***

Altirischer Segenswunsch

 


der erste Advent….


Das Feuer lodert, die Kerze brennt,

das ist kein Wunder: der erste Advent.

Während wir hier sitzen, und den Kuchen genießen,

müssen andere auf der Welt viele Tränen vergießen.

Denn so gut wie uns geht es nicht allen,

es sind zwei Welten, die aufeinanderprallen.

Auf der einen Seite Luxus und jede Menge Geld,

auf der anderen Leid und eine ärmliche Welt.

Daran sollten wir denken, während wir hier sitzen,

und über Gans, Ente und Kuchen schwitzen.

***

Verfasser unbekannt

 


die Suche….


…vor Eifer

suchte ein Mensch das Leben

Es war ihm abhanden gekommen,

irgendwie im lärmenden Getümmel der Stadt,

den grell aufblitzenden Neonlichtern kurzer Nächte

irgendwo zwischen den Akten in seinem Büro.

Vor dem Fernseher zu Hause

er suchte es auf dem Sportplatz

am Stammtisch in der Kneipe.

Vergebens…

die Suche trieb ihn hinaus vorbei an den Feldern

und er sah nicht

die braunen Schollen durchfurchter Erde.

Stromauf und stromab eilte er

und er hörte nicht

das sanfte Rauschen des Wassers.

Wälder durchstreifte er

und atmete nicht den Duft regenfeuchter Pflanzen,

rannte auf den Wegen und spürte nicht

die Formen der Steine unter seinen Füßen,

denn er suchte das Leben im Vorbeilaufen

und lief vorbei am Leben.

*

Ein Moment der Stille

und der Aufmerksamkeit

und er hätte gefunden wonach er suchte.

***

© Ralph Loevenich


Guten Morgen…..good Morning


Horch, horch!

Der Hahn ist auch schon wach!

So früh, Herr Hahn? Kaum graut der Tag,

da kommt mit stolzen Schritten,

der Hahn einhergeschritten.

*

Und kikeriki! Hof ein Hof aus!

Da muss der höchste Ton heraus.

Er kann sich nicht bezwingen,

sein Morgenlied zu singen.

*

Ja, ja, ich hör es, wackrer Hahn,

du kündest uns den Morgen an

und mahnst uns durch dein Krähen,

fein zeitig aufzustehen.

*

Du rufst uns zu:

Die Morgenstund, ihr Leute,

die hat Gold im Mund,

steht auf, ihr fleiß´gen Kinder,

jetzt lernt ihr viel geschwinder.

*

Drum kräh nur fort durch Hof und Haus,

in einem Nu bin ich heraus;

magst nun die Faulen wecken,

die sich erst lange strecken.

***

Jakob Baechtold


Das Geheimnis


Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zehnmeister.

„Herr“, fragten sie „was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du.“

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: „Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?“

Es kam die gleiche Antwort: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ist und wenn ich esse, dann esse ich.“

Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: „Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.“

***

© leider unbekannten Verfasser

zum Hl.Martinstag


Seht unsere Laterne

Seht unsere Laterne,

sie leuchtet nah und ferne,

sie strahlt mit hellem Schein

weit in die Welt hinein.

*

Die Meine, die ist rot.

Und Deine, die ist blau

und die da hinten bunt

und alle kugelrund.

*

Die Eine ist ein Mond,

die Andre eine Sonne

und diese dort ein Stern,

die hab ich gar so gern

*

Seht unsere Laterne,

sie leuchtet nah und ferne,

und ist das Lichtlein aus,

dann gehen wir nach Haus

***

Autor: unbekannt

…und ich gehe jetzt zum Martini Fest, Gansl mit Rotkraut und Kartoffelknödel essen. Musik und Tanz gibt es auch….das alles mit lieben Freunden.


Gedanken am Allerseelentag


Übergang

Silbern glänzt das feine Haar,

Falten prägen das Gesicht,

aus den weisen, alten Augen

strahlt ein wunderbares Licht.

Die Erinnerungen glänzen

Edelsteingirlanden gleich,

und Momente der Erfüllung

machen dieses Alter reich.

Wie ein Herbstblatt in der Sonne,

leuchtet golden, mehr und mehr,

jener Übergang der Seele,

flügelleicht und nicht mehr schwer.

Während alles Dasein endet

und der Herzschlag stille steht,

wartet schon ein lieber Engel,

der erleuchtend mit uns geht.

In der Tiefe jener Himmel

strahlt Gott seinen Segen aus,

und geleitet unsre Seele

liebevoll und still nach Haus.

in Gedenken an unsere Lieben die

von uns gegangen sind…

***

  von© Monika Schudel… Danke


Guten Morgen und schönen Allerseelen Tag


Good morning and good All Souls Day

Gedanken zum Tag:

Tröstet Euch, die Stunden eilen,

und was all Euch drücken mag,

auch die schlimmste Stunde kann nicht weilen

und es kommt ein andrer Tag.

In dem ewigen Kommen,

Schwinden wie der Schmerz

liegt auch das Glück,

auch heitere Bilder

finden ihren Weg zu Euch zurück.

Harret, hoffet!

Nicht vergebens

zählt Ihr der Stunden Schlag:

Wechsel ist das Los des Lebens

und es kommt ein andrer Tag.

unbekannt

 


Gedanken an Irgendwann


Was bleibt von mir, wenn ich eines Tages gehe?

Eine leere Wohnung,

die den Klang meiner Stimme trägt?

Ein Kissen, welches warm der Halt mir war?

Briefe, Karten, Gedichte, die meine Seele offenbarten?

Ein paar Schuhe,

welche mich stolpernd das Gehen lehrten?

Ein Bild, das stumm im Schrank verstaubt?

Ein Spiegel, der blind vom Alter ist?

Was ich mir wünsche, wenn ich eines Tages gehe?

Kinder, durch deren Augen ich unsterblich bin

und Menschen die lächelnd sagen:

„Ja, ich hab sie gekannt.“

***

unbekannt


Kunst der kleinen Schritte


Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

Mach mich findig und erfinderisch, um im täglichen Vielerlei und Allerlei rechtzeitig meine Erkenntnisse und Erfahrungen zu notieren, von denen ich betroffen bin.

Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung. Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist.

Lass mich erkennen, dass Träume nicht weiterhelfen, weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft. Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.

Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.

Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt. Schick mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.

Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen. Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.

Verleihe mir die nötige Phantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte, mit oder ohne Worte, an der richtigen Stelle abzugeben.

Mach aus mir einen Menschen, der einem Schiff mit Tiefgang gleicht, um auch die zu erreichen, die „unten“ sind.

Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen. Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!

***

 

von Antoine de Saint-Exupéry