Unsere Welt


 Der Mensch schaut hin und sieht es nicht,

 die Welt hat Tränen im Gesicht.

*

 Wir glaubten an den Sachverstand

 und nahmen alles in die Hand.

 Wir wollten Vieles richten

 und auf nichts verzichten.

*

 Wir gingen an die Welt heran

 und machten sie uns untertan.

 Wir dachten, das sei unsere Pflicht,

 jetzt hat sie Tränen im Gesicht.

*

 Wir gingen mit den Tieren um,

 als sei das unser Eigentum;

 wir meinten, die Natur

 sei für die Menschen nur.

*

 Wir bauten Bagger, entwickelten Waffen,

 machten Gesetze und haben Kultur geschaffen.

 Wir haben gerodet, in der Erde gewühlt

 und uns als Helden des Globus gefühlt.

*

 Wir haben gefeiert, nach Kräften geprasst

 und dem Antlitz der Erde Narben verpasst.

 Wir lüfteten Schleier und sahen doch nicht:

 die Welt hat ja Tränen in ihrem Gesicht!

***

© Fred Ammon

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.